Archäologiepark Altmühltal – Station 3: Keltisches Stadttor an der Schleuse in Kelheim-Gronsdorf
Das keltische Stadttor in Kelheim-Gronsdorf ist eine Nachbildung auf Basis von Ausgrabungen aus den Jahren 1964 bis 1972. Es zeigt, wie der Eingang zum keltischen Oppidum Alkimoennis einst ausgesehen haben könnte.
Eingang in eine 2.100 Jahre alte Stadt
In der Spätlatènezeit (etwa 160 bis 50 vor Christus) lebten rund um Kelheim keltische Stämme. Der antike Geograf Klaudios Ptolemaios überliefert den Namen Alkimoennis für ein keltisches Oppidum – eine befestigte Großsiedlung – das wahrscheinlich mit dem heutigen Kelheim gleichzusetzen ist.
Das Oppidum hatte eine Innenfläche von rund 650 Hektar. Geschützt wurde es durch die natürliche Lage am Zusammenfluss von Altmühl und Donau sowie durch mehrere Kilometer lange Mauern. Alle Mauern wurden in der sogenannten Pfostenschlitztechnik errichtet. Diese Bauweise diente nicht nur dem Schutz der Bewohner, sondern zeigte auch den Wohlstand und das Ansehen der Stadt.
Aufbau der Stadtbefestigung
Die Befestigungsanlage des Oppidums bestand aus einer äußeren und einer inneren Mauer:
- Äußere Mauer: Über drei Kilometer lang, dreimal erneuert, mit drei Zangentor-Zugängen. Der Altmühlwall entlang des Flusses war etwa 3,9 Kilometer lang und wurde erst in der letzten Siedlungsphase errichtet.
- Innere Mauer: 930 Meter lang, mit einem zwei Meter tiefen und sieben Meter breiten Graben sowie einer bis zu fünf Meter breiten Berme. Zwei Zangentore führten zum Michelsberg.
Bei Ausgrabungen vor der inneren Mauer wurde der Schädelknochen eines 50- bis 60-jährigen Mannes gefunden. Er wurde einst durch einen Schwerthieb getötet. Möglicherweise handelt es sich um ein Bauopfer.
Die Rekonstruktion des Stadttores ist heute teilweise begehbar. Ein hölzerner Wehrgang auf dem Wall gibt Besuchern einen Eindruck davon, wie die Wächter einst die Stadt überblickten.
Alkimoennis als Handels- und Verkehrsstandort
Die Lage von Alkimoennis war für Handel und Verkehr sehr günstig. Über die Wasserwege von Altmühl und Donau war die Siedlung mit anderen keltischen Orten verbunden, darunter Manching, Berching-Pollanten sowie Regensburg, Straubing und Passau. Rohstoffe wie Holz und Raseneisenerz machten Alkimoennis zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort in der Keltenzeit.
Kontakt
Adresse
93309 Kelheim