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Mit dem Handbike unterwegs


Ein neues Projekt des Tourismusverbands

Interview mit
Marion Huber-Schallner

Handbikerin aus leidenschaft

Die gebürtige Abensbergerin engagiert sich seit vielen Jahren für die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Sie ist dritte Bürgermeisterin und Inklusions-/ Behindertenbeauftragte der Stadt Abensberg, Inklusionsbotschafterin der Bundesagentur für Arbeit und leitet ehrenamtlich Projekte und Aktionen zum Abbau von Vorurteilen im Umgang mit Menschen mit Behinderung sowie zur Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Raum. In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftliche Handbikerin und verrät uns, was für Handbiker wichtig ist und weshalb unsere Region sich für die unterschiedlichen Touren sehr gut eignet.

Was ist eigentlich Handbiken?

Rollstuhlfahrer können an ihren Rollstuhl speziell angepasste Vorspanner, sogenannte Handbikes, anstecken. So wie bei den Fahrrädern gibt es die Handbikes mit und ohne Elektroantrieb. Die sportlichen Fahrer legen schon mal bis zu 100 km am Tag und mehrere Höhenmeter zurück. Die Genußradler genießen die Natur, besuchen auch gern mal auf der Tour eine Sehenswürdigkeit oder belohnen sich mit einer guten Brotzeit.

Warum macht Handbiken bei uns besonders Spaß?

Für die Genußradler und die anspruchsvollen Sportler unter den Handbikern hat unsere Region viel zu bieten. Die Radwege sind gut ausgebaut. Besonders schön ist z. B. die Strecke entlang des Main-Donau-Kanals von Kelheim nach Riedenburg. Auch die Weltenburg-Tour ist sehr zu empfehlen. Die Kombination mit der Schifffahrt ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Es gibt noch weitere abwechslungsreiche Touren und so können Handbiker viele unvergessliche Tage bei uns verbringen.

Was ist wichtig für eine Handbike-Tour bzw. einen Handbike-Urlaub?

Zum einen natürlich die entsprechenden Radwege und die dazu passende Infrastruktur, wie z. B. Behindertenparkplätze am Start- und Endpunkt der Tour, Behindertentoiletten, Ladestationen. Die Gäste möchten jedoch meistens nicht nur Radfahren. Barrierefreie Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote, Lokale und Unterkünfte in den verschiedenen Kategorien, vom Hotel bis zur Ferienwohnung, sind unabdingbar für barrierefreien Tourismus. Im Landkreis gibt es schon einige "Reisen für Alle" zertifizierte Betriebe, aber bei den Ferienwohnungen gibt es leider noch viel Nachholbedarf. Zudem benötigen Menschen mit Behinderung, ob Handbiker oder andere Gäste, bei der Planung eine genaue Beschreibung der Gegebenheiten vor Ort, um beurteilen zu können, ob der Aufenthalt für sie angenehm und interessant werden kann.

Wir freuen uns, dass Sie uns hier unterstützen und die Radwege bzw. Strecken nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Wie können Sie an diesem Projekt interessierte Gastgeber und touristische Partner unterstützen?

Bei meiner Beratung stelle ich immer wieder fest, dass vor allem die Unsicherheit im Umgang mit Mensch mit Behinderung die größte Hürde ist. Deshalb biete ich Gastgebern an, dass ich mir vor Ort die Gegebenheiten ansehe und Tipps zur Eignung für Rollstuhlfahrer gebe. Vor dem Ortstermin telefonieren wir miteinander, um wichtige Bedingungen abzuklären. Durch dieses persönliche Gespräch erreiche ich schon mehr Sicherheit und Interesse. Zudem ist meine Beratung für die Gastgeber kostenlos. Dies soll viele motivieren nachzufragen und wenn es erforderlich ist, Änderungen vorzunehmen.

Haben Sie einen besonderen Wunsch, den Sie uns mit auf den Weg geben möchten?

Ich wünsche mir viele mutige und innovative Gastgeber und Partner, denen Inklusion am Herzen liegt. Barrierefreier Tourismus ist zukunftsweisend und bei der demographischen Entwicklung ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Wichtig dabei ist, sich zu vernetzen, gegenseitig zu unterstützen und dadurch ein schönes Urlaubserlebnis für neue Gäste zu schaffen: Tourismus für ALLE!

Sie möchten mitmachen und mehr über dieses Projekt wissen?

ihre Ansprechpartnerin beim Tourismusverband

Ulrike Bergeaud
Tel: 09441 / 207 7334
ulrike.bergeaud(at)tourismus-landkreis-kelheim.de