Wallfahrtskirche St. Anton
Die inmitten der Hallertau gelegene Wallfahrtskirche St. Anton in Ratzenhofen zählt kunsthistorisch zu den bedeutendsten Kirchen im Landkreis Kelheim. Sie entstand ab 1704 als barocker Nachfolgebau einer 1661 errichteten Waldkapelle.
Von der Waldkapelle zur Wallfahrtskirche
Die Geschichte der Kirche beginnt im Jahr 1661, als Frater Kaspar Kapelmayer eine Holzkapelle errichtete. Er hatte ein Antoniusbild aus Padua mitgebracht und den Schlossherrn von Schloss Ratzenhofen, Hans-Adam von Mamming, von einem Kapellenbau überzeugt. Auf dieses Jahr geht auch die bis heute bestehende Wallfahrt zurück. 1704 begann unter dem Klausner Frater Felix Weymiller der Bau der heutigen Kirche, der durch den Spanischen Erbfolgekrieg unterbrochen wurde. 1712 entstanden die Altäre und die untere Empore und 1715 war der Bau fertiggestellt. Am 13. Oktober 1718 weihte der Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher die Kirche.
Kunstvolle Ausstattung
Die kunstvolle Ausstattung stammt unter anderem von dem bayerischen Barockmaler Johann Valentin Reuschl, der das Hochaltarbild im Jahr 1712 schuf. Als Baumeister gilt neueren Untersuchungen zufolge Josef Bader aus Rohr, der auch für die Brüder Asam tätig war. Der ab 1725 entstandene spätbarocke Stuck trägt die Handschrift seines Sohnes Martin. Zwischen 1724 und 1740 gestaltete Johann Baptist Zimmermann, der spätere Schöpfer der Wieskirche, oder einer seiner Mitarbeiter den Innenraum im Frührokoko und ergänzte die obere Empore. Ein Deckenfresko hält sogar die Sonnenfinsternis vom 22. Mai 1724 fest.
Warum ist St. Anton bis heute ein Wallfahrtsort?
Seit 1922 dient die Kirche als Kriegergedächtniskapelle der Hallertau. Jedes Jahr am Pfingstmontag ziehen Krieger- und Reservistenvereine aus der gesamten Hallertau von Ratzenhofen hinauf nach St. Anton, um der Kriegsopfer zu gedenken.
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